Die Zwoelf Schritte der Anonymen Schuldner
Praeamble
Die
Anonymen Schuldner sind eine Gemeinschaft von Maennern und Frauen, die ihre
Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander teilen, um anderen zu helfen, ihr
gemeinsames Problem zu loesen, vom zwanghaften
Schuldenmachen zu genesen. Die einzige Bedingung für eine Mitgliedschaft ist
der Wunsch vom zwanghaften Schuldenmachen zu genesen. Es gibt keine
Voraussetzungen oder Gebuehren fuer eine D.A. Zusammengehoerigkeit. Wir
erhalten uns selbst durch eigene Spenden. D.A. ist an keine Sekte, Verein,
Politik, Organisation oder Institution gebunden und wuenscht, nicht an
Konflikten, Auseinandersetzungen oder irgendwelchen anderen Diskussionen
beteiligt zu sein. Unsere Hauptziel ist, ein Tag nach dem anderen, vom
zwanghaften Schuldenmachen zu genesen und anderen zwanghaften Schuldenmacher zu
helfen, keine ungedeckten Schulden zu machen.
Einfuehrung in die
Zwoelf Schritte
Als
zwanghafter Schuldenmacher haben wir die Schmerzen unserer Sucht erfahren.
Unser Schuldenmachen hat unser Leben bestimmt in Form von Schulden unbezahlter
Kreditkarten, Studiumsdarlehns, Kaufsucht, zu hohen Ausgaben und
Unterverdienen. Durch den Versuch das Dilemma alleine zu loesen wurden wir
zusaetzlich zum zwanghaften Almosenempfaenger und beraubten uns dadurch unseren
Grundbeduerfnissen. Viele von uns koennen sich mit diesen Formen des
zwanghaften Schuldenmachens identifizieren.
Bis
wir an unserem ersten D.A. Meeting teilnahmen, fuehlten sich die meisten von
uns, von ihren Schuldenangelegenheiten erdrueckt. Wir moegen Versuche
unternommen haben wie Kreditberater, Selbsthilfebuecher, Kurse für
Finanzmanagement, die dennoch weiter den Bach von Schulden hinunter fuehrten.
Wenn wir uns an Freunde und Familie wandten, fanden wir heraus, dass niemand
verstand, warum wir nicht aufhoeren konnten, Schulden zu machen oder
ueberhoehte Ausgaben zu taetigen. Wir fuehlten uns verzweifelt, hoffungslos und
waren sogar Selbstmord gefaehrdet.
Bei
den Anonymen Schuldnern fanden wir nicht nur Kraft und Hoffnung durch die
Stuetze von anderen, die unser Problem verstanden, sondern auch eine gemeinsame
Loesung, eine Loesung, die funktioniert. Unsere Loesung fuer eine Genesung ist
ein spirituelles Programm, das die Zwoelf Schritte anwendet.
Die
zwoelf vorgeschlagenen Schritte der Anonymen Schuldnern bilden die Grundlage fuer ein Leben, das auf
unserem spirituellen Programm basiert. Sie sind die Prinzipien, die eine
Genesung vom Wahnsinn des zwanghaften Schuldenmachens ermoeglichen. Befreit von
den Illusionen unserer Suechte brachte uns unsere neue Lebensweise finanzielle,
emotionale und geistige Heilung. Wir fanden neue Freude am Leben. Wir empfingen
das Geschenk spirituellen Erwachens. Wenn Du annehmen kannst, was wir Dir
anbieten und bereit bist, alles zu tun, um dies beizubehalten, bist Du soweit,
den Zwoelf Schritten zu folgen.
Wir gaben zu, dass
wir dem zwanghaften Schuldenmachen gegenueber machtlos sind - und unser Leben
nicht mehr meistern konnten.
Wir
machten unseren ersten Schritt zur Genesung mit der Anerkennung des
Offenkundigen: denn als wir uns die Truemmer aufgrund unseres Verhaltens des
Schuldenmachens anschauten, erkannten wir, unsere besten Ueberlegungen, unsere
tatkraeftigsten und engagiertesten Handlungen, und unsere Bemuehungen unsere
Finanzen zu verwalten und zu kontrollieren, hatten uns nicht zahlungsfaehig gemacht oder brachte uns
Fuelle und Wohlstand, stattdessen trotzdem weitere Schulden.
Wir
mussten zugeben, dass wir keine Kontrolle ueber unser Schuldenmachen hatten,
unabhaengig davon wie gering unsere angesammelten Schulden waren. Wir
erkannten, dass wir das Schuldenmachen nicht mehr fortsetzen konnten, um ein
geistig gesundes und gelassenes Leben fuehren zu koennen. Denn unsere
Lebenskraft und Freude am Leben waren aufgrund unseres Kampfes, mit unserer
finanziellen Situation zurecht zu kommen, durch Angst und Verwirrung ersetzt
worden. Wir wussten, die naechsten
Kreditkartenabrechnungen oder Rechnungsansammlungen konnten
ausschlaggebend sein, um uns in den Ruin zu treiben. Nachdem wir unsere
Machtlosigkeit und unsere Unfaehigkeit zugegeben hatten, dass wir unser Leben nicht mehr meistern
konnten, haben wir die erste Grundlage fuer das Wachstum gebildet, um zahlungsfaehig
und wieder gluecklich sein zu koennen.
Einige
von uns kamen bereits erdrueckt von ihren Schulden zu unserem ersten Meeting
und wussten, dass wir unsere finanziellen Probleme nicht alleine loesen
konnten. Wir moegen Zwangsraeumung, gesetzliche Verfahren, das Ende einer Ehe
oder einer langjaehrigen Partnerschaft gegenueber gestanden haben. Wir moegen
uns nicht angemessen ernaehrt oder fuer unsere Gesundheit gesorgt haben. Andere
Beispiele fuer Machtlosigkeit schlossen unsere Unfaehigkeit mit ein, dem
Gebrauch von Kreditkarten zu widerstehen, unsere Unfaehigkeit ein gutes
Geschaeft abzulehnen, unsere vollstaendige Unklarheit ueber unseren Kontostand
und unseren Ausgabeplaenen. Im Bezug auf unseren Zusammenbruch unter dem Druck
unserer Geldprobleme fanden wir Erleichterung durch das Eingestehen unserer
Machtlosigkeit.
Andererseits
zoegerten einige von uns zuerst, sich zwanghafte Schuldner zu nennen. Unsere
Lage schien nicht so schlecht zu sein. Einige hatten keine
Kreditkartenschulden, haben sich aber geschaemt, dass sie sich oft bei der Familie
oder Freunden etwas geliehen hatten oder darauf vertrauten, in Krisenzeiten
Unterstuetzung von ihnen zu erhalten. Wir moegen zu uns selbst gesagt haben,
das Problem liegt in der Wirtschaft, an unserem Chef oder an einer Folge von
Pech. Naechsten Monat wuerde wieder alles besser. Wir moegen von unseren
Gefuehlen abgetrennt gewesen sein und kamen zu D.A., nur um Informationen zu
sammeln, um eine neue Perspektive im Bezug auf Geld zu erhalten. Indem wir
anderen Schuldnern zuhoerten und mit ihnen teilten, das wie unsere eigene
Geschichten ueber Angst und Chaos klang, loeste sich unsere Aberkennung und
Widerstand auf. Wir begannen zu akzeptieren, unabhaengig davon wie sehr wir uns
angestrengt hatten, wir konnten es alleine nicht richtig machen. Denn irgendetwas
war schrecklich falsch im Bezug auf die Beziehung zwischen uns und Geld.
Niemand mag eine Niederlage in irgendeiner
Lage zugeben, aber wenn es zu zwanghaften Schuldenmachen kommt, fanden wir eine
vollstaendig Kapitulation fuer notwendig. In Schritt Eins gaben wir zu, dass
wir mit der Art unseres gegenwaertigen Lebensweges nicht fortfahren und wir es
nicht alleine schaffen konnten. Nur durch unseren Willen unsere Machtlosigkeit
zuzugeben, konnten wir beginnen, die Unterstuetzung und die Hilfe zu erhalten,
die wir brauchten.
Durch
die Anwendung des zweiten Teils dieses Schrittes wurden wir vorbehaltlos ehrlich mit uns, dass wir unser
Leben nicht mehr meistern konnten. Im Grunde hatten wir ausreichende Beweise,
dass unser zwanghaftes Schuldenmachen dieses Chaos geschaffen hatte: Stapel von
ungeoeffneten Rechnungen, wiederholte Anrufe von boesen Glaeubigern,
geringfuegige oder keine Ersparnisse fuer unseren Ruhestand, keine
vernuenftigen Ruecklagen fuer Notfaelle, immer am Rande von einer
Gehaltszahlung zur naechsten leben. Viel von unseren Hoffnungen und
Begeisterungen am Leben waren durch die Sorgen und Kampf ueber unsere Finanzen
ersetzt worden. Unsere Unfaehigkeit unser Schuldenmachen zu kontrollieren,
fuehrte zu Verwuestungen in unseren Beziehungen bei der Arbeit und zu Hause.
Unsere Scharm, Schuld und Wut haben uns veranlasst, uns unzulaenglich und
hoffnungslos zu fuehlen. Wir haben uns beschuldigt; wir haben andere
beschuldigt; wir spuerten, wie sich die Substanz unseres Lebens aufloeste in
einem vergeblichen Versuch, zu loesen, was schief gegangen war.
Als
wir in Schritt Eins unsere Machtlosigkeit zugegeben hatten, dass wir unsere
Leben nicht mehr meistern konnten, oeffneten wir die Tuer zur Genesung von den
Schmerzen unseres zerstoererischen Verhaltens. Als wir die Machtlosigkeit
zugegeben hatten, haben wir den ersten Schritt aus der Hilflosigkeit und
Hoffnungslosigkeit genommen. In diesem Augenblick waren wir bereit demuetig und
offen mit Schritt Zwei zu beginnen.
Wir kamen zu dem
Glauben, dass eine Macht groesser als wir selbst, uns unsere geistige
Gesundheit wiedergeben kann.
Das
Anerkennen, dass wir unser Leben nicht mehr meistern konnten, brachte uns zu
Schritt Zwei. Auf welche Weise hatten wir unsere geistige Gesundheit verloren?
Wenn wir unser Leben ehrlich untersuchten, entdeckten wir, dass wir immer das
gleiche unvernueftige Verhalten wiederholten, aber ein anderes Ergebnis
erwarteten. Wir gaben Geld aus, das wir nicht hatten. Wir wechselten zwischen
Panik und Ablehnung ab, um unsere Vorstellung aufrecht erhalten zu koennen, es
wuerde nichts ausmachen, dass wir unsere Rechnungen nicht bezahlen konnten. Je
mehr wir anderen Leuten schuldeten, um so mehr haben wir sie gemieden,
insbesondere die Leute, die uns am meisten versuchten zu helfen. Wir waren
schlaflos wegen der Sorgen und funktionierten waehrend des Tages kaum. Sicher
hatten wir kein gesundes Gemuet
Vielleicht
war unser groesster Wahnsinn der Glaube, dass wir alle uebermaechtig waren. Ein
uebertriebene Einstellung der Selbststaendigkeit hatte uns zu Plaenen und
Hochmut gefuehrt. Wir haben geglaubt, dass wir nicht den gleichen Regeln als
andere Menschen gehorchen muessen. Wir waren frei, wir waren einmalig, wir
waren besonders. Sicherlich koennte unsere Intelligenz und unser Entschluss ein
Weg aus unserer Klemme beschwoeren! Doch immer wieder hatten unsere Plaene und
Manipulationen uns ins nirgendwo und schliesslich noch tiefer in die Schulden
gefuehrt.
Einige
von uns fanden es schwierig, einen Glauben an eine Hoehere Macht anzunehmen.
Logik erlaubt es uns nicht, einen traditionellen Begriff von einem religioesen
Gott anzunehmen. Unser Verlass auf unser eigenes Denkvermoegen liess uns
schwanken auf einem Balken der Unentschlossenheit. Bei den Meetings der
Anonymen Schuldner haben wir gelernt, dass keine spezifischen Doktrin verlangt
wurden. Wir fanden heraus, dass wir “zu glauben” waehlen konnten trotz unserer
Logik und Verstandes.
Fuer
einige bedeutet, zum Glauben kommen, eine Höhere Macht loszulassen, die nicht
mehr funktionierte. Unsere Herausforderung war es, den rachsuechtigen Gott aus
unserer Kindheitsreligion zu verbannen und einen neuen Gott in unser Leben
einzuladen, der uns bedingungslos liebt wie wir sind. Andere von uns entdeckten,
dass sie unbewusst einen Glauben in einen ineffektiven Gott in sich getragen
hatten, der sich mehr um abstrakte Ideale von Liebe und Verzeihung sorgte als
die unerträglichen Realitäten von Geld und Kreditkarten. Wir mussten einen
geistigen Pfad finden, der für uns funktionierte.
Mit
der Unterstuetzung von anderen D.A. Mitgliedern, unserem Sponsor und D.A.
Literatur haben wir über unser Herz und unsere Seele freie Führung bekommen, um
einen neuen Begriff von einer spirituellen Macht zu entwickeln. Einige von uns
fanden, wir könnten die D.A. Gemeinschaft als unsere Hoehere Macht verehren.
Viele von uns haben ihre Quelle in der Natur gefunden. Fuer einige war eine
Hoehere Macht eine aeusserliche Kraft; fuer andere war es eine Kraft, die uns
innewohnt. Auf jeden Fall wie immer auch unser Begriff von einer Hoeheren Macht
aussah, sie sollte repraesentieren, was sie fuer uns tun kann, was wir nicht
konnten; unsere Besessenheit vom zwanghaften Schuldenmachen aufzuheben. Wir
brauchten einen Glauben an eine Macht groesser als wir selbst.
Unsere
Vorstellung von einer Hoeheren Macht muss nicht perfekt oder vollstaendig sein,
um diesen Schritt durchzufuehren. Am Anfang hatten wir mehr Fragen als
Antworten; ein Gott von unserem Verstaendnis schien gelegentlich frustrierend
und entfernt von uns zu sein. Tatsaechlich fanden viele von uns zum ersten Mal
die Hand einer Hoeheren Macht als wir unsere Hand in der Dunkelheit unserer
Verzweiflung ausgestreckt hatten.
Viele
von uns entdeckten, zum Glauben kommen, ist ein Prozess, der sich mit der Zeit entwickelt und
vertieft. Wir haben gelernt, dass die Schaffung einer Verbindung zu einer
Hoeheren Macht eine kontinuierliche taegliche Bemuehung braucht. Allmaehlich
kristallisierte sich ein Sinn von
Vertrauen und Verbindung fuer eine Bruecke zu einem neuen geistigen
Bewusstsein. Wir haben Erleichterung gefuehlt; wir haben Frieden gefuehlt. Wir
begannen zu sehen, dass eine Hoehere Macht unseres Verstaendnisses unser
zerschmettertes Leben heilen konnte. Ermutigt durch unsere neue Beziehung mit
einer Macht groesser als wir selbst, waren wir bereit fuer Schritt Drei.
Schritt Drei:
Wir fassten den
Entschluss, unseren Willen und unser Leben der Sorge Gottes – wie wir Ihn
verstanden - anzuvertrauen.
In
Schritt Drei trafen wir den bewussten Entschluss, unserer Hoeheren Macht zu
erlauben, unsere Leben zu verwalten und damit uns nicht mehr auf unseren
eigenen unklaren Willen zu verlassen, um uns zu fuehren. Wir vermuteten, dass
unser Wille der unzuverlaessigste Pilot war, und am schlimmsten, mit ziemlicher
Wahrscheinlichkeit unser Leben an felsigen Ufern von Schulden, zu hohen
Ausgaben und Unterverdienen zerstoerte. D.A. Mitglieder, die auf dem Pfad
bereits gereist waren, haben uns erzaehlt, dass unsere Reise gelassener sein
duerfte, wenn wir sie durch unsere Hoehere Macht lenken lassen. Alles was wir
machen mussten, um damit anzufangen, war ein Entschluss zu fassen. Wenn wir
bemerkten, dass wir unseren Willen zuruecknahmen, konnten wir den Entschluss
noch einmal und so oft wie notwendig machen.
Viele
von uns zoegerten. Es schien gefaehrlich, unseren Willen an eine Art
aeusserliche Lenkung zu uebergeben. Wir dachten, dass unser Wille identisch mit
unserem Selbst sei. Wenn wir deshalb unseren Willen aufgaben, wuerden wir uns
einfach ins Nichts aufloesen? Wir duerften ein langes Stehvermoegen gehabt
haben, mit dem Beduerfnis unser eigenes Leben zu kontrollieren mit der Annahme,
wenn wir nur fuer einen Moment stoppten, unsere Welt zu einem einstuerzenden
Halt kommen wuerde. Wir duerften befuerchtet haben, dass wir unsere meist
geschaetzten Hoffnungen und Wuensche uebergeben muessten, das Geheimnis, das
Visionen bietet und damit uns den Grund gab, ein Leben fortzusetzten inmitten
unseres Wahnsinns. Wir haben versagt zu erkennen, dass es die Kraft unseres
eigenen Willens war, der uns so weit von unseren Hoffnungen und Träumen
weggetragen hatte.
Unseren
Willen abzuschalten, war nicht leicht. Aber als wir den Schritt nahmen,
fuehlten sich viele von uns von der Last des Versuches erleichtert, unsere
Probleme alleine loesen zu muessen. Der Kampf gegen unsere Schwierigkeiten
hatte uns jede Unze des Widerstands abgerungen. Das Zuhoeren der Erzaehlungen
von Schuldnern, wie sie ihr Leben der Sorge einer Hoeheren Macht uebergaben und
wahrnahmen, dass sich ihre Lage allmaehlich verbesserte, war Inspiration fuer
uns, zu vertrauen. Mit dem Mass wie wir faehig waren unsere Leben an eine
Hoehere Macht zu uebergeben und
loszulassen, kehrte unsere geistige Gesundheit zurueck.
Einige
von uns hatten ein Verstaendnis von Gott, das ihnen angenehm war; eine
Entscheidung sich einer Hoeheren Macht anzuvertrauen, machte daher voellig
Sinn. Jedoch andere von uns, die noch keine klare Vorstellung von einem Gott
hatten, mussten bereit werden, eine Entscheidung zu treffen, ihren Willen und
ihr Leben der Sorge Gottes zu uebergeben, den sie noch nicht voellig
verstanden. Wir begannen zu vertrauen, dass unser Verstaendnis wachsen wuerde,
wenn wir die Schritte zur Genesung durchfuehrten.
Fuer
einige machte ihre Herkunft es schwierig, sich der Sorge einer Hoeheren Macht
anzuvertrauen. Wir dachten, Gott ist unserem Schicksal gegenueber gleichgueltig
oder boese und bestrafend. Unsere geheime Angst war, dass Gott sich nicht
gesorgt hatte, weil wir unwuerdig waren. Wir haben geglaubt, dass wir die Sorge
nicht verdient hatten, auch nicht von unserem Schoepfer. Die Formulierung von
Schritt Drei und die Erfahrungen von anderen D.A. Mitgliedern sicherte uns zu,
dass der Gott, dem wir unseren Willen und unsere Leben anvertrauten, ein Gott
war, in dessen Sorge wir vertrauen konnten. Ein Tag nach dem anderen luden wir
allmaehlich unsere Hoehere Macht ein, uns in allen Bereichen unseres Lebens zu
begleiten und ebneten den Weg zu einer neuen Selbstannahme.
Die
Uebergabe unseres Willens an die Sorge unserer Hoeheren Macht war die
Anerkennung, dass es wenig in unserem Leben gab, was wir kontrollieren und wir
die Hilfe einer Macht brauchten, die für uns machen konnte, was wir nicht
konnten. Als erstes bedeutete das, unseren zwanghaften Gebrauch von
Kreditkarten oder das Ausstellen von ungedeckten Schecks der Sorge unserer
Hoehreren Macht anzuvertrauen. Mit der Zeit als wir weiter im D.A. Programm
arbeiteten, haben wir herausgefunden, dass Gott alle von uns wollte und auch nicht nur Anteile von uns; zum
Beispiel nicht nur unsere Kreditkarten, stattdessen unsere Hoffnungen, unsere
Aengste, unsere Beziehungen, unseren Wahnsinn und unsere Erziehung. Indem unser
Glaube in Gott wuchs, wurden wir bereitwillig, alles anzuvertrauen. Ein Tage
nach dem anderen wurden wir bereit, göttliche Lenkung anzunehmen. Folglich
wurden wir zu Schritt Vier geführt.
Schritt Vier:
Wir machten eine
gruendliche und furchtlose Inventur in unserem Inneren.
In
Schritt Vier haben wir begonnen, Verantwortung fuer unsere schlimme Lage zu
uebernehmen. Wir waren oft schnell gewesen, den Finger des Tadels auf andere zu
richten. Jetzt haben wir den Fokus auf uns gelenkt. Mit der Unterstuetzung und
der Lenkung von unserem Sponsor und anderen D.A. Mitgliedern wurden wir bereit,
unsere eigene Rolle in unserer gegenwaertigen Lage anzuschauen.
Zuerst
fehlte uns der Mut, wenn wir daran dachten, eine ehrliche Bewertung von uns zu
machen. Wir fuerchteten die Entbloessung unserer Verfehlungen, wenn die
Wahrheit ans Licht kommen wuerde. Aber die Inventur, welche in Schritt Vier
verlangt wird, ist keine Uebung in Selbstkritik. Es ist ein Ausgleichen von
unseren Konten, eine Liste von unseren Vermoegenswerten und unseren Haftungen.
Eine Heilung kann ohne eine Diagnose nicht bewirkt werden, die auf einer
sorgfaeltigen Untersuchung basiert. Wir fanden, Ehrlichkeit waere die beste
Methode, dem Drang zu widerstehen, zu entschuldigen, zu übertreiben und zu
rechtfertigen. Wir fanden heraus, dass unsere Haftungen unsere Vermoegenswerte
sein konnten.
Als
wir auf unser Leben zurueckblickten, haben wir eine Wellen des Aergers ueber
Leute gefuehlt, die uns Schmerzen zugefuegt hatten. In jedem Fall, wenn wir die
Lage sorgfaeltig untersuchten, sahen wir den Anteil, den wir gespielt hatte,
moeglicherweise durch einfaches “beleidigt-sein”, obwohl eigentlich nichts
beabsichtigt gewesen war. Aerger und Abneigung waren oft von unseren eigenen
Aengsten genaehrt, andere wuerden uns fuer unwuerdig halten. Ausserdem, wenn
wir ehrlich waren und forschten, wozu uns dieser Schritt draengt, die Fehler,
die wir bei anderen verachteten, waren diejenigen, unter denen wir selbst am
meisten gelitten hatten.
Wir
haben auch gesehen, welche unglaubliche schoepferische Wesen wir waren.
Betrachteten wir das Chaos und die Truemmer, was hatten wir nicht alles herauf
beschwoeren koennen. Wenn solche schoepferische Energie gebaendigt und für
unsere Genesung angewandt werden konnten, was koennten wir dann alles
vollbringen? Wir schauten uns an, was wir alles zerstoert hatten, wir schauten
uns an, was wir verloren hatten und sahen unser Leben jetzt nicht mehr mit den
Augen was “haette sein sollen” oder was “haette sein koennen”, sondern was
gewesen “war”.
Wir
verbrachten Zeit zum reflektierten und zum erinnern für einen Rückblick von
unserer Schuldengeschichte, die wir wie ein Detektiv nach Anhaltspunkten für
dieses Raetsel durchsuchten und was wir fanden, schrieben wir auf. Wir
vergewisserten uns, dass wir unser Verhalten für zwanghafte Ausgaben und des
Unterverdienens untersuchten. Wir wurden
zum Schreiber unseres eigenen Lebens, zeichneten unseren Wahnsinn auf und
notierten aber auch unsere Leistungen. Es war eine Chance, liebevoll unsere
verzweifelten und trauigen Anteile zu Bewusstsein zu bringen, die uns in die
Schulden gefuehrt hatten.
Das
Wiederaufrufen von unserer Interaktion mit Geld und Schulden haben wir nicht
beurteilt, nicht analysiert und nicht entschuldigt. Wir haben einfach eine
Chronik geschrieben über was geschehen ist, was wir fuehlten und was wir getan
hatten.
Wir
wurden zu dieser Handlung aufgefordert. Doch Schritt Vier muss nicht vollendet
durchgefuehrt werden. Es sollte einfach nur gruendlich gemacht werden,
gewoehnlich mit der Unterstuetzung durch einen Sponsor.
Unter
den Methoden haben wir die Spaltenmethode verwendet wie wir wir sie zum
Beispiel im “Big Book” von A.A. gefunden haben. Andere haben ihre
Lebensgeschichte aufgeschrieben.
Wenn
wir von der Angst gelaehmt wurden, von der Vergangenheit wieder eingeholt zu
werden, die wir lieber vergessen wollten, erinnerten wir uns, uns auf die Sorge
einer Hoehere Macht groesser als wir selbst zu verlassen. Andere von uns
fanden, nur durch das Handeln so als ob man furchtlos waere, koennte man sich
aus der Umklammerung unserer Aengste befreien.
Durch
eine rechtschaffene Durchfuehrung bekommt der Schritt Vier eine Kraft, um unser Leben umzugestalten. Nur
wenig beendeten den Vierten und Fuenften Schritt ohne dadurch eine
Erleichterung erfahren zu haben. Uns mit unsere ganzen Marotten und Schwaechen
zu erkennen, hat uns freigemacht von Unklarheit und Ablehnung und hat in uns
den Mut wieder hergestellt, uns zu Schritt Fuenf weiter zu bewegen.
Schritt Fuenf:
Wir gaben Gott, uns
selbst und einem anderen Menschen gegenueber unverhuellt unsere Fehler zu.
Wir
hatten den Geist von Schritt Fuenf jedes Mal bei einem D.A. Meeting angewandt.
Auf Meetings fuehlten wir uns genug sicher, um aufzuhoeren, uns hinter unserer Buerde
von Angst und Scham zu verstecken und lassen es zu, dass andere Menschen unsere
menschlichen Unvollkommenheiten sehen konnten.
Der
formale Schritt Fünf entwickelt den Prozess des Verfahrens des Teilens weiter
und vollendete die Arbeit, die wir in Schritt Vier begonnen hatten. Wir fanden,
es waere das Beste, diesen Schritt unverzüglich nach Beendigung von Schritt
Vier zu machen, in dem wir uns durch das das Schreiben einer Inventur von
maechtigen Gefuehlen und Bedauern befreien konnten. Schritt Fünf schien uns
furchterregend, doch in Wahrheit, nachdem wir den Schritt Vier vollendet
hatten, entdeckten wir, dass wir unserem härtesten Kritiker, uns selbst,
bereits gegenüber gestanden hatten.
Weil
Schritt Fünf so kritisch war, haben wir mit Sorgfalt die Person ausgewaehlt,
der wir unser Unrecht zugaben. Gewoehnlich haben wir einen Sponsor gewaehlt,
ein D.A. Mitglied mit mehr Erfahrung im Programm, ein Mitglied der
Geistlichkeit oder einen Fachmann, der ohne zu urteilen zuhoeren konnte und uns
seine Unterstuetzung und Annahme angeboten hat. Wir fanden es hilfreich, Zeit
einzuplanen, um unsere Maengel vor uns selbst und vor Gott zuzugeben. Dann
fuhren wir fort, indem wir ein Treffen mit einer anderen Person vereinbarten,
um den Schritt zu vollenden.
Es
ueberraschte, wie stark wir vom Zugeben unseres Unrechts zurueckschreckten,
obwohl unsere schlimmsten Handlungen und Eigenschaften sehr gut bei jenen
bekannt waren, die uns unmittelbar umgaben und sicher vor Gott. Wir moegen
gehofft haben, wenn wir unsere Verfehlungen nicht benannten, niemand wuerde sie
bemerken. Allerdings die Truemmer unseres Lebens zeigten sie bereits. Nur wir
selbst waren die einzigsten, die getaeuscht worden waren.
Schritt
Fuenf bat uns die Gelegenheit, aufzuhoeren, uns zu taeuschen und unserem
Gewissen zuzuhoeren und anzuerkennen, was es uns laut mitteilte. Durch die
Entbloessung unserer ganzen Schwaechen vor Gott und einem anderen Menschen
haben wir uns von unserer Schuld und Isolation entlastet. Wir vertrauten diesem
Menschen mit dem Wissen, fehlerhaft zu sein, bedeutet bloss, menschlich zu
sein. Indem wir uns Herz ausschuetteten, haben wir uns der Heilkraft der
Wahrheit geoeffnet. Wir sind durch unsere Isolation gebrochen und haben
begonnen, eine Bruecke zur Selbstheilung und Verwandlung zu bauen, die uns in
Schritt Sechs und Sieben angeboten wurde.
Schritt Sechs:
Wir waren voellig
bereit, all diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
In
Schritt Sechs wurde uns das groesste spirituelle Geschenk des Programms
angeboten: Verwandlung. Unabhaengig davon, was wir in den vorigen Schritten
fuer uns entdeckt hatten, eine Aenderung war moeglich. Wir waren nicht dazu
verurteilt, ein Leben zu fuehren, das von unserer Krankheit vergiftet wurde.
Tatsaechlich kann eine Hoehere Macht, groesser als wir selbst, uns von unserer
Angst, unserer Unehrlichkeit, unserer Selbstbesessenheit und unserem Zwang,
Schulden zu machen, befreien.
Schritt
Vier und Fuenf hat uns zum ersten Mal deutlich unsere Maengel und deren
Auswirkungen auf unser Leben und unsere Beziehungen gezeigt. Wir haben begonnen
zu verstehen, dass unsere Charakterfehler uns nicht mehr dienten. Eigentlich
waren sie die Hindernisse, um die Fuelle und den Reichtum des Lebens erfahren
zu koennen.
Viele
von uns sind mit dem Glauben zu D.A. gekommen, dass sich nichts aendern wuerde
oder koennte. Wie oft hatten wir durch Bestechung, Manipulation oder reine
Sturheit des Willens versucht, abstinent vom Schuldenmachen zu bleiben? Wie oft
hatten wir versagt? Schritt Sechs hat uns eine spirituelle Loesung fuer dieses
Dilemma angeboten. Wir konnten uns nicht aendern, aber eine Macht groesser als
wir selbst konnte. Wir konnten wieder genesen zu einer spirituellen Ganzheit,
dass unser Geburtsrecht als geliebte Schöpfung unserer Hoeheren Macht ist. Dies
war ein wahres Wunder und durch die Arbeit dieses Schrittes sind wir bereit
geworden, dass dies geschehen kann. Die Durchfuehrung des Schrittes fordert
dafuer unsere Einstellung heraus. Schritt Sechs hat uns gebeten, unsere
Charakterfehler loszulassen. Durch Gebet, Meditation und Gespraeche mit anderen
D.A. Anwendungn wurden wir dazu bereit. Unsere Bereitwilligkeit war der
Schluessel zu unserer Genesung. Ohne ihn blieb unser Herz fuer das Geschenk der
Veraenderung verschlossen.
Die
Verwandlung unseres Herzens hat uns fuer die Kraft geoeffnet, die machen
konnte, was wir nicht konnten. Wir haben einfach unserer Hoeheren Macht
mitgeteilt, dass wir bereit und gewillt waren, unsere Charakterfehler von uns
nehmen zu lassen, die wir in Schritt Vier entdeckt hatten.
Als
wir durch diese Einsicht gewachsen sind, haben wir entdeckt, dass wir
bereit waren, uns von Gott aendern zu
lassen. Wir waren bereit, mit Schritt Sieben fortzufahren.
Schritt Sieben:
Demuetig baten wir
Gott, unsere Maengel von uns zu nehmen.
In
Schritt Sieben haben wir eine Macht groesser als wir selbst gefragt, für uns zu
tun, was wir nicht konnten: uns von unseren Verfehlungen zu entlasten. Wir
haben Gott gefragt, nicht die Folgen unseres Verhaltens, sondern die Ursache dafuer
von uns zu nehmen: unsere Charakterfehler. Das Verzeihen, das wir durch die
vorigen Schritten schon erfahren konnten, hatten wir durch die Bezeichnung
unserer Maengel erhalten, die uns Eigenschaften und Handlungsweisen empfohlen
hatten, die immer wieder verursachten, dass wir nicht unser besseres Selbst
erreichen konnten.
Unsere
neuentdeckte Demut erlaubte, dass wir unsere Charakterfehler erkennen konnten,
die uns fern gehalten hatten, all das zu sein, wofuer wir geschaffen worden
waren. Schritt Sieben war ein Gebet und eine Bitte an Gott von unserem
hoechsten wahren Selbst, eine tiefgreifende Bewusstwerdung, dass wir nicht mehr
wollten, dass uns noch irgendetwas im Wege stand, um unserer Höheren Macht
dienen zu koennen.
Demut
bedeutete nicht, dass wir uns erniedrigten. Jene von uns, die sich am
niedrigsten aller Tiefpunkte oder als die groessten Versager als sonst
irgendjemanden sahen, hatten gelernt, dass dies nur eine andere Form von
Grossartigkeit war. Demut hat bedeutet, dass wir bloss menschlich und nicht
mehr oder weniger fehlerhaft waren, als irgendeine andere Person, die wir
getroffen hatten; eine bittere Pille zu schlucken fuer diejenigen, die wild
zwischen Selbstarroganz und Selbstverurteilung schwangen. Demut vor Gott gab
uns tatsaechlich ein mehr ausgeglichene Perspektive ueber unseren Platz im
Universum. Paradoxerweise macht uns Demut vollkommen.
In
Schritt Sieben erkennen wir an, dass die Maengel unsere eigenen sind und nicht
von irgendjemand sonst. Weil es unsere Verfehlungen sind, sind wir auch
diejenigen, die darum fragen muessen, dass sie von uns genommen werden.
Alles,
was wir machen muessen, ist zu fragen. Der Rest haengt von Gott ab. Eine neue Perspektive und Freiheit
gewonnen zu haben, machte uns bereit fuer Schritt Acht.
Schritt Acht:
Wir machten eine
Liste aller Personen, denen wir Schaden zugefuegt hatten, und wurden willig,
ihn bei allen wiedergutzumachen.
In
Schritt Acht begannen wir zu handeln, um die Beziehungen zu heilen, die wir
durch die Ausfuehrungen unserer Sucht beschaedigt hatten. Die Schritte Acht und
Neun haben uns die Gelegenheit geboten, eine Wiedergutmachung fuer die
Schmerzen zu machen, die wir anderen
verursacht hatten, damit wir von neuem anfangen konnten.
Die
Liste der Personen, denen wir geschadet hatten, begann mit jenen, die wir in
unserer Vierten Schritt Inventur benannt hatten. Meistens haben wir uns an den
Personen geraecht, die uns verletzt hatten. Am Anfang waren wir empoert, dass
wir eine Wiedergutmachung machen sollten, obwohl die anderen keine
Wiedergutmachung an uns gemacht hatten. In D.A. haben wir gelernt, wenn wir uns
vom zwanghaften Schuldenmachen befreien wollen, muessen wir Verantwortung fuer
unseren eigenen Anteil uebernehmen, unabhaengig davon, was andere getan hatten.
Wir
haben auf unserer Liste jede Person mitaufgenommen, die von unserer Krankheit
betroffen gewesen war, finanziell, emotional oder geistig. Unsere Liste
schliesst fuer gewoehnlich Familienmitglieder, Freunde, Arbeitgeber und
Institutionen mit ein, insbesondere jeder, dem wir Geld schuldeten oder
gestohlen hatten. Da wir mit unseren Handlungen uns selbst einen schlimmen
Schaden verursacht hatten, haben wir unseren Namen auf die Liste
mitaufgenommen.
Für
einige Wiedergutmachungen fuehlten wir uns bereit, sie gleich zu machen. Bei
anderen fuehlten wir, sie wuerden einige Zeit benoetigen und wieder bei einigen
anderen, wuerden wir Hilfe von unserer Hoeheren Macht brauchen, um fuer sie
bereit zu werden.
Der
erste Teil von Schritt Acht verlangt nur die Auffuehrung derjenigen, denen wir
geschadet hatten. Der zweite Teil von Schritt Acht machte uns bewusst, dass
Gebete, Meditation und Erfahrungen im Programm fuer uns notwendig sein wuerden,
um fuer eine Wiedergutmachung an jeder aufgefuehrte Person bereit werden zu
koennen. Es war nicht notwendig, genau zu wissen, wie wir eine Wiedergutmachung
machen wuerden, um den Schritt Acht vollenden zu koennen; alles was verlangt
wurde war Bereitwilligkeit. Waehrend wir mit unserer Arbeit im Programm
fortfuhren, bemerkten wir eines Tages, dass wir bereit geworden waren.
Ausgeruestet mit einem neuem Vorsatz wurden wir zu Schritt Neun gefuehrt.
Schritt Neun:
Wir machten bei
diesen Menschen alles wieder gut – wo immer es moeglich war – es sei denn, wir haetten
dadurch sie oder andere verletzt.
Schritt
Neun schien uns zuerst zu ueberwaeltigen. Er verlangte, dass wir demuetig
waren, um offen und ehrlich die Wirkungen unserer Handlungen auf andere
anzuerkennen, denen wir geschadet hatten. Es reichte nicht aus, es nur unseren
Sponsoren zu erzaehlen. Wir konnten es nicht einfach abschliessen durch einen
neuen Kontakt zu Gott. Wir mussten bereit und faehig sein, Verantwortung fuer
unseren Anteil zu uebernehmen ohne Anschuldigungen, Behauptungen, Aerger oder Selbstgerechtigkeit.
Dies erforderte grossen Mut und eine Vorbereitung durch Gebet, Meditation und
der Arbeit mit unserem Sponsor.
Wir
mussten alle Erwartungen loslassen im Bezug auf den Erfolg, die unsere
Wiedergutmachung haben wuerde. Denn es waere ganz gleich, wie die andere Person
unsere Wiedergutmachung aufnehmen oder sie uns verzeihen wuerde. Was wichtig
war, war die Entschaedigung fuer den Schaden, den wir gemacht hatten. Wir
machten unsere Wiedergutmachung, damit wir befreit von Schuld, Scham und Reue
gluecklich leben konnten. Wir machten eine Wiedergutmachung nicht wegen dem
Bedürfnis, anderen Wohl zuzusichern, sondern weil unsere Genesung davon
abhaengen wuerde. Unser Anliegen ist das Ausgleichen unserer Verfehlungen. Nur
indem wir das taten, wuerden wir die Versprechungen des D.A. Programms
erfahren.
Schritt
Neun raet zur Besonnenheit. Wiedergutmachung sollte nie auf die Weise gemacht
werden, dass sie einer Person weitere Verletzungen verursachte oder anderen
schadete. Zum Beispiel sollten wir andere nicht manipulieren, uns zu vergeben
noch sollten wir jemanden zu einem Punkt draengen, wenn es offensichtlich der
Person Schmerzen bereitete. Wir koennen Seelenfrieden nicht auf Kosten eines
anderen erkaufen. Wir haben unseren Sponsor und andere D.A. Mitglieder
hinzugezogen, um unsere Motive zu untersuchen, damit wir die beste Zeit und
Methode für eine Wiedergutmachung bestimmen konnten.
Als
wir am Anfang zu D.A. gekommen waren, wollte viele von uns gleich eine
finanzielle Wiedergutmachung machen ohne die ersten acht Schritte zu
berücksichtigen. Mitglieder unserer “Belastungs-Entlastungs-Gruppen” (PRG) und
Sponsoren haben uns geholfen, die Wichtigkeit zu sehen, dass wir erst einmal
fuer unsere Beduerfnisse sorgen mussten bis wir unserer Abstinenz sicher waren,
keine neuen ungedeckten Schulden zu machen. Nur mit ihrer Anleitung konnten wir
einen Schuldenrueckzahlungsplan erstellen und durchfuehren. Ueber die Zeit war
es uns moeglich, fortzufahren, finanzielle Wiedergutmachung zu machen, indem
wir einige oder unsere ganzen Schulden zurueck zahlten.
Es
ist niemals zu frueh damit zu beginnen, Wiedergutmachungen fuer unsere eigene
Lebensweise zu machen, indem wir unser gegenwaertiges Verhalten aenderten. Egal
wie schmerzhaft eine Beziehung geworden war, die Aenderung unseres Verhaltens
hat auf lange Sicht selten versagt, uns mit einem Balsam zur Heilung alter
Wunden zu versorgen. Neue Handlungen gehen viel weiter als Woerter, um andere
zu ueberzeugen, dass wir es mit der Aenderung unseres Lebens ernst meinten.
An
diesem Punkt, nachdem wir eingehend in den Schritten gearbeitet hatten,
bemerkten viele von uns, dass unsere Lebenfuehrung eine Veraenderung
durchgemacht hatte; eine Veraenderung hatte praktisch ohne unsere bewusste
Wahrnehmung stattgefunden. Unser Denken, unsere Einstellungen und unsere
Verhalten wiesen alle hin auf einen neuen Weg in der Welt zu sein, nicht nur in
unseren Finanzen, sondern in allen Bereichen unseres Lebens. Wir fuehlten uns
immer bereiter, Verantwortung fuer unsere Handlungen zu uebernehmen. Ohne es zu
bemerken, hatte unsere Arbeit uns fuer Schritt Zehn vorbereitet.
Schritt Zehn:
Wir setzten die
Inventur bei uns fort, und wenn wir Unrecht hatten, gaben wir es sofort zu.
Nachdem
wir die Truemmer der Vergangenheit freigelegt hatten, erinnerte uns Schritt
Zehn, mit der Anwendung der Werkzeuge des Schrittes Vier bis einschliesslich
Neun fortzufahren, um unser geistiges und emotionales Wohl zu erhalten. Viele
D.A. Mitglieder fuehren diese Selbstpruefung taeglich durch, moeglicherweise
als eine abendliche Bewertung bevor sie zu Bett gingen. Andere setzen ihre
Gebete und Meditationen in den Morgenstunden fort. Als wir in Schritt Zehn
arbeiteten, setzten wir fort, unsere Angst, Selbstsucht, Unehrlichkeit, Aerger,
andere Gedanken und Verhalten zu betrachten, die uns Schwierigkeiten verursacht
hatten.
Wir
haben auf den Verlauf des Tages zurueckgeblickt und uns unsere Fehlschlaege und
Erfolge gemerkt. Wenn wir einen Fehler gemacht oder jemandem geschadet hatten,
haben wir es zugegeben und uns entschuldigt oder eine notwendige
Wiedergutmachung gemacht? Haben wir Aerger beibehalten? Wir diskutierten alles,
das uns stoerte mit unserem Sponsor und anderen D.A. Mitglieder, die uns
geholfen hatten, neue und bessere Wege zu finden, unsere Probleme zu behandeln.
Wir fragten Gott um Hilfe, um unser Verhalten zu aendern. Auf diese Weise
praktizierten wir Demut, Ehrlichkeit und Ruecksicht fuer andere. Durch ein
unverzuegliches Erkennen von Fehlern haben wir keinen Aerger oder
Schuldgefuehle angesammelt, die unsere Angst
naehrten, die wiederum unser zwanghaftes Verhalten antreibt.
In D.A. haben viele von uns gelernt, eine finanzielle sowie
geistige Inventur durchzufuehren. Hatten wir unsere Ausgaben aufgezeichnet?
Waren unsere Ausgaben innerhalb unseres Plans? Hatten wir Fortschritt mit
unserem Aktionsplan gemacht? Wenn nicht, haben wir um Hilfe von unserer
Hoeheren Macht gebeten. Schritt Zehn hat uns geholfen, unser richtiges
geistiges Befinden aufrecht zu halten, damit wir unsere geistige Gesundheit beizubehalten
konnten, die unser Leben wieder hergestellt hatte. Wenn unser emotionaler und
finanzieller Haushalt in einer vernünftiger Anordnung war, waren wir bereit,
die göttliche Fuehrung zu empfangen, die wir in Schritt Elf suchten.
Schritt Elf:
Wir suchten durch
Gebet und Besinnung die bewusste Verbindung zu Gott – wie wir Gott verstanden –
zu vertiefen. Wir baten Gott nur, uns Seinen Willen erkennbar zu lassen und uns
die Kraft zu geben, ihn auszufuehren
Gebet
und Meditation sind die Grundlage von unserem Leben in Genesung. In Schritt Elf
suchten wir einen groesseren Kontakt mit Gott, um eine Lenkung zu finden und
dadurch unser Leben auf eine neue Weise zu fuehren.
Durch
Gebet und Meditation beruhigten wir unsere Gedanken und unsere Gefuehle. Unser
Denken aenderte sich. Wir sind geduldiger geworden. Als wir Angst und Zweifel
hinter uns gelassen hatten, nahm unser Leben eine neue Bedeutung an und wir
fanden eine taegliche geistige Erfuellung. Wir erreichten eine dauernde
Gelassenheit.
Es
gibt keinen einzelnen empfehlbaren Weg, um unseren Kontakt mit Gott, basierend
auf unserem Verständnis, zu verbessern. Das geistige Praktizieren, das wir
wählten, wurden uns voellig ueberlassen. Es gibt viele Pfade zu Gott. Die
Hauptsache war, dass wir weiterhin regelmaessig unseren Willen an eine Hoeheren
Macht uebergaben. Wir fanden heraus, dass unser Wille unerbittlich hartnaeckig
sein konnte. Ohne bestaendigen geistigen Kontakt sind wir schnell zu den
Gedanken und den Handlungen zurueckgekehrt, die uns so viel Schmerz verursacht
hatten.
Wenn
wir pausierten und nach einer Lenkung von Gott fragten, konnten wir mit
Selbstvertrauen fortfahren. Wenn wir um Kraft beten, den Willen unserer Hoeheren Macht ausfuehren
zu koennen, entdeckten wir mit Ueberraschung, dass sich unser Denken und
Handeln aenderte. Wir waren erstaunt ueber unsere eigene Furchtlosigkeit und
Leistungsfaehigkeit. Wir begannen zu erkennen, dass wir uns nicht mehr auf
unsere eigene Kraft, sondern auf eine Hoehere Macht verliessen, die durch uns wirkte.
Schritt Zwoelf:
Nachdem wir durch
diese Schritte ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese
Botschaft an zwanghafte Schuldner weiterzugeben und unser taegliches Leben nach
diesen Grundsaetzen auszurichten.
Bis
wir Schritt Zwoelf erreichten, haben die meisten von uns erkannt, dass wir die
gluecklichen Nebenprodukte der Arbeit in den Schritten erfahren hatten. Unsere
Freude und Fuelle war im Zunehmen. Als wir fortfuhren die Schritte und an
unserer Genesung zu arbeiten, wurde unser Leben glücklicher in allen Bereichen:
mental, emotional, physisch, materiell und geistig. Das Leben schien
reibungsloser abzulaufen. Wir haben uns leichter anderen Menschen
angeschlossen. Unsere Aengste und Sorgen ueber Geld wurden erleichtert. Die Versprechen
der Zwoelf Schritte und das Ergebnis der Arbeit in den Schritten ist ein
geistiges Erwachen.
Wir
begannen durch den Prozess der Arbeit in den Schritten zu verstehen, dass Gott
die Loesung zu jedem Problem war, dem wir begegneten, jedem Zwang, den wir in
Erwaegung zogen, jeder Besessenheit, die wir suchten, um zu entkommen. Geld war
nicht das Problem. Andere Menschen konnten nicht beschuldigt werden. All das,
was wir in der ganzen Zeit verpasst hatten, was wir immer so verzweifelt mit
unserem zwanghaften Schuldenmachen versucht hatten zu fuellen, war ein enormes
leeres Loch in der Mitte von unserer Seele, eine Luecke, die nur unsere Hoehere Macht fuellen
konnte. Durch die Arbeit in den Zwoelf Schritten lernten wir, wie wir mit
unserem Herzen fragen konnten. Wir entdeckten unsere richtige Groesse und
folglich wurden wir bereit, das unbezahlbare Geschenk der Gelassenheit zu
empfangen.
Der
Gefaehrte der Gelassenheit ist Dankbarkeit. Als wir die Belohnung des Programms
erfuhren, hat uns unsere Dankbarkeit angeregt, das Geschenk an andere
weiterzugeben, das uns gegeben worden war und wir so dankbar empfangen hatten.
Als ein Weg an das Programm zurueck geben zu koennen, das uns woertlich unsere
Leben gerettet hatte, verrichteten wir Dienste: Personal, Meetings,
Gruppenarbeit oder Weltdienst. Die Nachricht zu anderen zu tragen war der
Schluessel fuer unsere kontinuierliche emotionale, mentale und geistige
Gesundheit. Indem wir anderen halfen, bereicherten wir unsere eigenes Leben.
Vielmals empfanden wir Erleichterung von unserer eigenen Verzweifelung nach
einem Telefonat oder der Bitte um Hilfe von leidenden D.A. Mitgliedern.
Manchmal hoerten wir die Woerter, die wir am meisten gebraucht hatten,
gesprochen aus unseren eigenen Muendern. Anderen zu helfen hat uns geholfen.
Als wir uns weniger auf unsere eigene Probleme konzentrierten, haben wir die
Befriedigung der Gemeinschaft erfahren.
Als
wir das Leiden gesehen haben, das zwanghaftes Schuldenmachen im Leben anderer
verursachte, erkannten wir, was die Gnade Gottes für uns getan hatte. Um zu
behalten, was uns gegeben worden war, fuhren wir mit unserer Arbeit in Programm
und in allen zwölf Schritten weiter fort, so oft wie es notwendig war, um
unsere geistiges Befinden beizubehalten. Alte Ideen waren durch neue Gedanken
der Selbstannahme ersetzt worden. Geaenderte Werte und Glaube wurden
reflektiert in einem neuen gesuenderen Verhalten: ein lebbares Testament der
Kraft von den Zwoelf Schritten.
Schritt
Zwoelf erinnerte uns, dass die Prinzipien des Programms uns Lenkung fuer ein
Leben in einer Welt anbot, die mit anderen Menschen gefuellt ist. Wir haben uns
auf die Schritte und die D.A. Gemeinschaft verlassen, uns bei den
Herausforderungen zu unterstuetzen, die sonst zu schwierig waeren, sie zu
ueberwinden. Wir sind nicht enttaeuscht worden. Diese zwoelf einfachen
Werkzeuge fuers Leben haben es moeglich gemacht, jeden Tag, egal wie
herausfordernd, mit Dankbarkeit und Gelassenheit in unserem Herzen anzugehen .